Mitgedacht: Masken aus dem 3D-Drucker als nachhaltige Alternative

20.04.2020

Masken aus dem 3D-Drucker

Nachhaltige Alternative für Berufstätige und Einzelpersonen

Der so genannte Shut-Down wird nun schrittweise zurückgenommen. Dogma ist, dass diese Lockerungen nur beibehalten oder ausgeweitet werden, wenn die Zahl der Neuinfektionen sich nicht deutlich erhöht. Schon jetzt ist zu beobachten, dass die Menschen in der Öffentlichkeit freiwillig Masken tragen und seit dem 20. April gibt es in Bundesländern wie Sachsen ohnehin eine Maskenpflicht. Auch ohne generelle Maskenpflicht wird der Bedarf an Masken rasant steigen.

Das Verwenden von Einmal-Masken ist unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sehr kritisch zu bewerten. Für die Versorgung der Bevölkerung bei einem wieder halbwegs normalen Tagesablauf muss von einem Bedarf von mehr als 50 Millionen Einmal-Masken pro Tag ausgegangen werden, die zumeist importiert werden müssen. Dabei kann es zu hässlichem Gezerre kommen, wie die vergangenen Wochen gezeigt haben. Einmal-Masken können nur wenige Stunden getragen werden und bieten nur einen eingeschränkten Schutz, wenn sie nicht richtig getragen werden. Dies ist aus Nachlässigkeit oder profanen Gründen – zum Beispiel Beschlagen der Brille – problematisch. Hinzu kommt, dass Einmal-Masken in Schichten aufgebaut sind und daher nicht recycelt werden können. Für die Masken, die aus mindestens vier Materialien bestehen, bleibt als Entsorgungsweg nur die Verbrennung.

Eine gute Alternative sind hier 3D-gedruckte Masken aus Kunststoff, die mit einem hautverträglichen und weichen Material an den Kanten versehen werden, damit die Masken angenehm zu tragen sind und ihren Zweck erfüllen und vor allem mehrfach verwendbar sind. Für diese Masken muss nur einmal pro Tag das Filtervlies gewechselt werden, während die Maske desinfiziert oder sogar sterilisiert werden kann. Für den Massenmarkt können zwei bis drei Formen gefertigt werden, mit denen die meisten Personen versorgt werden können. Eine Maske aus dem 3D-Drucker kann bei guter Behandlung mehrere Wochen bis zu Monaten verwendet werden, auch wenn diese im Freien getragen wird.

Für den Druck der Masken wird Material benötigt, das für diese Art von Gebrauch freigegeben ist. Laut Aussagen von Polymerpulverherstellern ist die Versorgung mit diesen Materialien aktuell möglich. Auch die Schäume oder andere weichen Schichten wie Silikone, die für den längeren Hautkontakt freigegeben sind, gibt es in ausreichenden Mengen. Das Bestellen der gedruckten Masken kann von Einzelpersonen oder den Arbeitgebern erfolgen und 3D-Druckdienstleiter in der Region können die Fertigung übernehmen.

Eine solche Lösung wäre nachhaltiger als das Verwenden von Einmal-Masken und macht Deutschland unabhängiger von Importen. Als Alternative bietet sich der Druck von Formen an, mit denen im Spritzguss Masken hergestellt werden können. Dieses Fertigungsverfahren bietet sich an, wenn die Herstellung der Masken an wenigen Standorten somit in großer Stückzahl erfolgen soll. Diese Vorgehensweise ist auch deutlich nachhaltiger als die Verwendung von Einmal-Masken von breiten Kreisen der Bevölkerung.

Dr. Stefan Kamlage, Verband 3DDruck, Vorstand für Technik:
stefan.kamlage@verband3ddruck.berlin

Berlin, 20. April 2020

Weitere Beiträge zu 3D-Druck und Corona:

Verband 3DDruck in Zeiten von Corona

Additive Fertigung nach Corona

 

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